Wie sieht die Zukunft unserer Energieversorgung aus?

Die Erneuerbaren Energien aus Wind- und Wasserkraft, Sonne, Biomasse, Erdwärme und Gezeitenkraftwerken sollten bald einen Großteil der Weltenergieversorgung übernehmen, allerdings scheint der Weg noch weit zu sein. Prognosen weichen sowohl im europäischen als auch im Weltmaßstab stark voneinander ab. Als Zielmarke werden oft die Jahre ab 2030 angepeilt, dann sollen Erneuerbare Energien definitiv mehr als die Hälfte des Weltenergiebedarfs decken. Nötig wäre das, denn ansonsten droht der Klima-GAU.

Der World Energy Outlook im November 2011

Experten der IEA (Internationale Energie-Agentur) forderten auf dem World Energy Outlook Anfang November 2011 in London nachdrücklich, den Ausbau Erneuerbarer Energien zu forcieren. Die Nachfrageentwicklung auf den internationalen Märkten strebt fiebrig nach oben, der Weltenergiebedarf wird noch weit stärker wachsen, als ohnehin angenommen wurde. Die Konsequenz könnte ein Treibhauseffekt sein, der weit über den derzeit schon befürchteten Anstieg der Weltdurchschnittstemperatur um 2° Celsius hinausgeht. Da wahrscheinlich verstärkt Öl, Kohle und Gas zur Energieerzeugung genutzt werden, könnten es bis 3,5° Celsius werden, mit verheerenden Folgen für die Umwelt. Gegensteuern könne man nur mit einem technologischen Sprung, der noch wesentlich schneller als geplant Erneuerbare Energien nutzt, auch in einem weit stärkeren Ausmaß als bisher angesteuert.

Die bisherigen Prognosen

Bis Anfang des Jahres 2011 ging man in Deutschland davon aus, dass im Jahr 2020 etwa 20 Prozent der Energie aus erneuerbaren Quellen kommen. Der Stromsektor spielt dabei die größte Rolle, hier gibt es das höchste technologische Potenzial. Seit der Kernkraftkatastrophe im japanischen Fukushima im März 2011 hat man allerdings in dieser Beziehung umgedacht und möchte nun auch auf politischem Wege das an sich schon ehrgeizige Ziel übertreffen. Die Stromerzeuger selbst sind übrigens optimistischer als die Politiker. Während Letztere im Jahr 2030 ein Drittel des Gesamtenergiebedarfs ökologisch vertretbar erzeugt haben wollen, glauben die Experten in den Energieunternehmen, schon im Jahr 2015 etwa 30 Prozent erreichen zu können, der BEE (Bundesverband Erneuerbare Energie) glaubt an 47 Prozent im Jahr 2020. Zu diesem Optimismus trägt auch bei, dass in den vergangenen Jahren die Potenziale der Erneuerbaren Energien unterschätzt wurden, und zwar am meisten auf internationaler Ebene. Prognosen der IEA aus den 1990er Jahren blieben weit hinter den seit den 2000er Jahren erzielten Ergebnissen zurück, teilweise um mehr als 20 Prozent. Das bedeutet, man kann im Grunde optimistisch sein.

 

Der gegenwärtige Stand weltweit

Im Jahr 2010 wurden 16 Prozent der Weltenergie aus Erneuerbaren Quellen geschöpft, die bedeutendsten Energieträger sind dabei Wasser- und Windkraft, Biomasse und Fotovoltaik. Insgesamt 119 Staaten, die Hälfte davon Entwicklungsländer, haben ökologische Energieziele politisch festgeschrieben. Die Technologie selbst macht rasante Fortschritte. Das Ziel: 2030 wird mehr als die Hälfte der Energie erneuerbar sein – dürfte gehalten werden.

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